ADHS Vernetzungstreffen Nachlese

Heute fand es statt, das erste ADHS Vernetzungstreffen unserer befreundeten ADHS Selbsthilfegruppe Osnabrück. Organisiert von Jörg und unterstützt von der Selbsthilfekontaktstelle und der VHS Osnabrück, trafen wir uns im Gebäude der VHS Osnabrück in einem perfekt dafür geeigneten Raum im 4. Stock.

Mit einem großen Balkon, bestem Wetter und ca. 70 bis 80 Teilnehmenden waren die Voraussetzungen für eine gelungene Veranstaltung ideal. Und das ist sie dann auch geworden. Obwohl es ja ums Netzwerken bei ADHS ging, fiel direkt auf, dass alle Personen superpünktlich und obendrein zahlreich erschienen waren. Das ist ja nicht immer selbstverständlich, wenn ADHS beteiligt ist, zeigt aber auch, wie wichtig uns Menschen mit ADHS das Thema selbst ist.

Bei strahlend blauem Himmel konnten wir den Blick vom Balkon auf die schon herbstliche Stimmung sehr genießen. Das lud in den Pausen zu lockeren Gesprächen untereinander ein, so dass die Vernetzung auch dort stattfand.


Tolle Organisation

Soviel vorab: ganz großen Dank an Jörg und die Beteiligten von der Selbsthilfekontaktstelle und der VHS Osnabrück für die tolle und punktgenaue Organisation.

Zusätzlich zu den bequemen Stühlen gab es für alle ausreichend Kaffee, kalte Getränke, Nervennahrung und Kekse. Somit waren alle rundum versorgt.


Das Programm

Nachdem schon um viertel nach 10 alle ihre Plätze eingenommen hatten, ging es nach kurzer organisatorischer Einweisung durch Jörg mit dem Vortrag des Hauptredners Dr. Martin Winkler in den Veranstaltungstag. Dieser war, wie er selbst sagte, mit dem Auto und nicht mit der Bahn angereist, damit er, sollte er es nicht pünktlich schaffen, zumindest selbst dafür verantwortlich war.

In den anderthalb sehr kurzweiligen Stunden seines Vortrages, bei welchem immer wieder Fragen gestellt und natürlich von ihm beantwortet wurden, gab es viele interessante Ansätze zu den Themen ADHS, Neurodivergenz, Autismus, zu Lösungsansätzen und zu Behandlungsmethoden und -ideen und zur Wichtigkeit der Selbsthilfe aus dem klinischen Alltag des ADHS-Vollprofis.

Mit Humor und manchmal Selbstironie vorgetragen, war auch so mancher Lacher drin, weshalb die Zeit quasi unbemerkt vorbei ging, und es wäre locker auch noch längeres Zuhören drin gewesen.

Auch der Blog mit interessanten Beiträgen und seine Community zur gegenseitigen Unterstützung wurden kurz vorgestellt. Beides kann aufgrund der fachlichen Hintergründe von Dr. Martin Winkler von uns uneingeschränkt empfohlen werden.


Nach einer ersten Pause ging es dann mit Frau Claudia Rottmann für die Selbsthilfekontaktstelle gemeinsam mit Jörg Reinhold weiter. Die beiden erklärten, dass es trotz der schon vorhandenen ADHS-Selbsthilfegruppen in Stadt und Landkreis Osnabrück definitiv Bedarf für weitere Gruppen mit dem Thema gäbe, weil es deutlich mehr Anfragen als freie Plätze gibt.

Frau Rottmann erläuterte, wie sie bzw. die Selbsthilfekontaktstelle sowohl beim Anschub neuer Gruppen was Räumlichkeiten und Hilfe bei den ersten Termin anging, unterstützen würden, als auch, dass sie finanzielle Möglichkeiten anbieten, wenn eine Selbsthilfegruppe für bestimmte Veranstaltungen, Aktionen oder auch Mieten oder andere Kosten Budget benötigt. Man konnte merken, wie wichtig es ihnen war, die Dringlichkeit zu vermitteln, um Teilnehmende für die Gestaltung eigener Selbsthilfe-Projekte zu gewinnen.


Im Anschluss wurde dann die Initiative „Anonyme Insolvenzler“ vorgestellt. Wegen dem Zusatz „anonym“ lasse ich an dieser Stelle den Namen des Vorstellers bewusst raus.

Die Nähe zwischen einem, sagen wir mal, nicht immer vorbildlichem Umgang mit Geld bei Menschen mit ADHS brachte den Redner auf den Gedanken, sein Tätigkeitsfeld beim Vernetzungstreffen vorzustellen. Und diverse Anwesende konnten bestätigen, dass diese Probleme nicht selten Hand in Hand gehen.

Und gerade finanzieller Druck führt oft zu einer deutlichen Verschlechterung sowohl von Komorbiditäten wie Depressionen als auch der ADHS-Symptome, weil es immer schwerer wird, nicht „immer hibbeliger“ zu werden, wenn man vor einem „kapitalen Scherbenhaufen“ steht.


Es folgte die Vorstellung der ADHS SHG Münster durch Michael. Eine für diesen Zweck vorgesehene Präsentation war eigentlich auf ca. 10 bis 15 Minuten Vortrag ausgelegt, allerdings ergaben sich immer wieder bei der Vorstellung interessante Fragen und Diskussionen zu den Themen der Folien, sodass diese Zeit nicht gehalten werden konnte.

Insgesamt dauerte die Vorstellung fast 45 Minuten, aber gefühlt hatten nur sehr wenige Teilnehmende währenddessen Ambitionen, die Veranstaltung zu verlassen. Allerdings waren wir mittlerweile voll „in der Mittagszeit“ gelandet, und da viele Menschen mit ADHS einen sehr empfindlichen Zuckerhaushalt haben, sind ein paar Personen schon vorab ausgestiegen, um sich irgendwo mit einer Mahlzeit zu versorgen.

Durch die zeitliche Verzögerung konnte ein von Jörg geplantes Kennenlern-Bingo leider zeitlich nicht mehr durchgeführt werden. Dies wird aber bei der nächsten Veranstaltung dieser Art nachgeholt werden.


Fazit

Die schon während der Veranstaltung aufgefangenen Rückmeldungen waren durch die Bank sehr positiv. Es gab viele interessante und wissenswerte Impulse und Eindrücke durch die jeweiligen Vorträge. Darüber hinaus fanden zwischen den einzelnen Programmpunkten spannende, interessante und vielversprechende Gespräche zum Kennenlernen der anderen Teilnehmenden statt, es wurden Internet- und E-Mail-Adressen ausgetauscht und gegenseitige Unterstützungen zugesagt.

Alles in allem bleibt nur zu sagen, dass das erste ADHS Vernetzungstreffen ein toller Erfolg im Sinne der Vernetzung war, wo sich alle einig waren, dass das nur der Anfang gewesen sein kann. Viele signalisierten noch vor Ort, bei weiteren Treffen dieser Art gerne wieder dabei zu sein.

Somit hat es sich absolut gelohnt, nach Osnabrück zu fahren und teilzunehmen!

Vielen Dank für das Engagement an die Veranstalter und die Helfer im Hintergrund, die einen tollen und reibungslosen Tag ermöglicht haben.

Das KCM

Wir wurden schon einige Male gefragt, ob wir nicht eine Örtlichkeit für unsere Treffen wählen könnten, die etwas „anschaulicher“ oder auch „weniger gruselig“ ist. Irgendwie wirkt die Umgebung rund ums KCM hin und wieder wie die Bronx von Münster.

Jedes Mal sind wir nach kurzer Überlegung schnell wieder zu dem Punkt gekommen, dass das KCM genau der richtige Ort für unsere Treffen ist.

Warum? Das ist relativ einfach: zu unseren Treffen im KCM verirrt sich niemand, der nicht auch dort hin will. Somit besteht kein Risiko, dort ungewollt zum Beispiel der Verwandtschaft, Kollegen oder Freunden zu begegnen, was in Gaststätten als Alternative ja durchaus passieren kann. Auch, wenn wir uns in Räumen treffen würden, die uns von offiziellen Stellen zur Verfügung gestellt würden, könnte das durchaus Rückschlüsse zulassen, die anderen ermöglichen, uns einem Treffen der ADHS SHG Münster zuzuordnen.

Grundsätzlich wäre es natürlich schön, wenn das kein Problem darstellen würde. Tatsächlich kann es aber immer noch auch negative Folgen haben, wenn andere wissen, womit wir zu kämpfen haben, so nach dem Motto „Ich habe ja immer schon gewusst, dass der oder die nicht rund läuft“. Das braucht niemand.

Kleine Geschichte am Rande: wir hatten es in all den Jahren tatsächlich einmal, dass zwei Kollegen völlig unabhängig voneinander zu einem unserer Treffen kamen. Die beiden waren natürlich sehr überrascht, als sie sich dann im KCM begegneten. Tja, aber da ja nun mal beide da waren, brauchten sie sich keine Sorgen machen, ob der andere das wohl breittreten würde. Man war sich schnell einig, dass man sich wohl auch wegen der gleichen Voraussetzung „ADHS“ sehr sympathisch und sowohl mit ähnlichen Defiziten aber auch mit den gleichen Stärken ausgestattet war.

Das KCM bietet neben dem Verein KCM Münster e.V., der uns schon seit Jahren mit seiner tollen und unkomplizierten Gastfreundschaft unterstützt, auch diversen Künster:innen die Räume, die sie für die Freisetzung ihrer Kreativität brauche. Außerdem hat der  CCC dort im Obergeschoss seine warpzone.

Auf den Fotos seht ihr ein paar Eindrücke, die man erhält, wenn man beim KCM aus den Fenstern schaut.

Weihnachtszeit = Chaoszeit

Ihr kennt es wohl, es ist soweit
Vor der Tür steht Weihnachtszeit
Wie jedes Jahr man fleißig rennt,
Bis die vierte Kerze brennt

Sie soll ja recht besinnlich sein
Doch meistens brockt sie Streß uns ein
Und gerade wir, im Chaos lebend
sind meist nach dem perfekten strebend

Die Wochen vorher geht’s schon rund
Wie machen wir es schön und bunt?
Wir laufen, rätseln, planen, denken
Wollen für alle alles lenken

Je näher kommt das Christenkind
So mehr sind wir dann durch den Wind
Wir haben Angst, was zu vergessen
Was soll ich schenken, was gibt’s zu essen

Und zu dem Durcheinander kommt
Meist noch mehr Durcheinander prompt
Alles im Kopf wird immer mehr
Die Gedanken laufen quer

Wir ham vergessen Fleisch zu kaufen
Und müssen für Geschenke laufen
Erneut und noch mal in die Stadt
Wir sind vom vielen Rennen platt

Wir schieben manches vor uns her
Das mach ich morgen, bitte sehr
Das Gleiche dann am nächsten Tag
Dann mach ich aber, wenn ich mag

Verzetteln uns in Kleinigkeiten
Die uns nicht viel Spaß bereiten
Also lassen wir sie liegen
Das wer’n wir ohne schon hinkriegen

So kommt es, wie es kommen muss
Wir müssen laufen bis zum Schluss
Meistens geht’s so bis zum Ende
Und in Sicht ist keine Wende

Am Heiligmorgen fällt uns dann ein
Was alles hätte da soll’n sein
Wir können viel nicht mehr besorgen
Jetzt ist Schluss mit: schieb auf morgen

Morgens schnell noch eingekauft
Noch einmal ganz kurz durchgeschnauft
Hol’n und stell’n den Weihnachtsbaum
Zum Jammern bleibt jetzt kaum noch Raum

Von nun an wird es durchgezogen
Verwandte komm schon angeflogen
Wenn man am Kaffeetisch dann sitzt
Hat endlich man genug geschwitzt

Die Kleinigkeiten, die nicht passen
Das Fest besonders werden lassen
Meist sind alle sehr zufrieden
Hat man bedacht doch alle Lieben

Wir freun uns dann auf’s nächste Jahr
Dann wird es anders, ja doch, klar
Doch ganz bestimmt hält Weihnachtszeit
Wieder viel Chaos für uns bereit

Frohe Weihnachten allen 🤗.

ADHS

Das war’n für mich drei Großbuchstaben
Durch die erkennt man nichts als Schwaden
Man durch nen Wald voll Bäume rennt
Wenn man den Hintergrund nicht kennt

A steht für die Aufmerksamkeit
Ohne die geht’s nicht sehr weit
Man kann es noch so sehr versuchen
Es bleibt oft nichts als lautstark fluchen

D ist kurz für Defizit
Heißt also ohne und nicht mit
Es ist also was da was fehlt
Darum hat man sich so gequält

H sagt Hy-per-aktiv aus
Ruhe hält man so nicht aus
Wenn man auch nicht von Stühlen springt
Rast alles durch den Kopf geschwind

Für Syndrom steht dann das S
Alles zusamm verursacht Streß
Auch wenn du soviel schon mal weißt
Weißt du noch lang nicht, was das heißt

Als Kind musste ich sitzen ständig
Doch war ich eigentlich unbändig
Ich sollte laufend Klappe halten
Wenn sich Erwachsne unterhalten

Hab ich es dann mal nicht getan
Gab’s häufig an die Glocke dann
Man könnt ja mein, dass ein das lehrt
Doch das ist leider ganz verkehrt

Man hat’s aus Trotz noch mal gemacht
Dann hat es meist erst Recht gekracht
Und auch beim nächsten Mal wurd’s immer
Nur noch ne neue Stufe schlimmer

Lernen, ja, ist noch so’n Thema
Ja geh mir weg, ach hau ab, geh ma
Für meine Eltern war es nur Faulheit
Für sie sucht ich für’s Lernen Streit

Doch auf die Art konnte ich nicht besser
Ich hasste Schule bis aufs Messer
Doch war ich weder faul noch dumm
Ich konnt es einfach andersrumm

Die Eltern mochten ein nicht sehr
Und Mitschüler noch weniger
Ich hatte häufig dran zu knacken
Bekam von alln was an die Backen

Dadurch wurd mir oft weh getan
Was die andern aber nicht sah’n
Meist habe nur ich still gelitten
Und mich dann mit mir selbst gestritten

Doch irgendwann, da kam die Wende
Ich hatte grosse, starke Hände
Die Schissbuchs hatt sich abgeseilt
Ab da hatt ich dann selbst verteilt

Das ging dann so für ein paar Jahre
Doch das war auch nicht so das Wahre
Da muß doch noch was andres sein
Fiel mir immer wieder ein

Es wuselt einem oft im Kopf
Und man findet nicht den Knopf
Um die Denke abzuschalten
Um den Kreisel anzuhalten

Man ist dann ganz oft wie gelähmt
Wofür man sich dann auch noch schämt
Die andern, die verstehen’s nicht
Tu doch, es ist deine Pflicht

Doch diese langweiligen Sachen
Kann man einfach gar nicht machen
Der Alltag ist der reine Graus
Doch da komm erstmal sauber raus

Und suchen muß man jeden Tag
Etwas, was man auch nicht mag
Man kann es sich doch nicht erklärn
Welcher Mensch sucht jeden Tag gern

ADHS steht für noch mehr
Im Leben läuft so manches quer
Es hat Arme wie ne Krake
Nicht sehr wenig und noch starke

Und über all die vielen Dinge
Geht der Verstand über die Klinge
Man ist genervt und braust schnell auf
So nimmt nicht Gutes seinen Lauf

Das geht so lange, bis man bricht
Weiter kann man einfach nicht
Man ist dann wirklich ganz defekt
Weil man nicht seien kann perfekt

Doch ADHS ist nicht nur Schlechtes
Man ist dadurch ein Mensch des Rechtes
Man ist ehrlich und gradaus
Und kennt sich mit sehr vielem aus

Für Andere setzt man sich ein
Und viele malen, basteln, reim
Man hat gelernt, nach vorn zu schaun
Da könn’ andre nur drüber staun

Man kommt aus jeder Situation
Schnell kennt man die Lösung schon
Reagiert wird wie der Blitz
Der haargenau auf den Punkt sitzt

Wenn alles man zusammennimmt
Dann kann man sagen, dass es stimmt
Bis hier zu kommen war nicht leicht
Und trotzdem hab ich viel erreicht

Und ja, tauschen möchte ich mit keinem
Nicht im Großen, nicht im Kleinen
Denn ich bin gut, so wie ich bin
Was andres kommt mir nicht in Sinn

Es stimmt, es war ne Zeit voll Arbeit
Doch heute bin ich wohl soweit
Denn kennen tat ich es ja schon
Das Aufmerksamkeitsdefizithyperaktivitätssyndrom

06.10.1954: Ritalin wird auf dem deutschen Markt eingeführt

Danke Thomas, für diesen interessanten Link.

ADHS ist eine der häufigsten Entwicklungsstörungen weltweit. Oft wird Ritalin verschrieben. Seit seiner Zulassung stellt sich die Frage: Ist das Medikament Fluch oder Segen?

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstehen immer mehr Wirkstoffe, die auf die Nervenzellen des Gehirns Einfluss nehmen. Dem jungen Chemiker Leandro Panizzon gelingt 1944 in einem Labor der Schweizer Firma CIBA einen neuen Wirkstoff zu synthetisieren: Methylphenidat.

Auch Panizzons Gattin versucht das Mittelchen. Sie hat den Namen Marguerite, Spitzname Rita, und nimmt es zur Verbesserung ihres Tennisspiels, weil sie sich damit besser auf ihre Aufschläge konzentrieren kann. Ihr zu Ehren nennt man das Präparat Ritalin. 1954 lässt CIBA es sich patentieren.

Ritalin kommt bei gesteigerter Ermüdbarkeit, mangelnder Konzentrationsfähigkeit, depressiver Verstimmungen, bei Antriebsarmut und bei Narkolepsie zum Einsatz. Schon in den 1930er Jahren stellt man fest, dass Amphetamin unruhige Kinder von jetzt auf gleich aufmerksamer macht, ohne sie zu sedieren. Methylphenidat ist zwar selbst kein Amphetamin, wirkt aber ähnlich.

Ritalin und andere Psychostimulanzien stellen sich in klinischen Tests als wirkungsvoll und auch langfristig sicher in der Anwendung heraus. Die Diagnose stellen erfahrene Fachärzte und approbierte Therapeuten. Denn eine Manipulation des Hirnstoffwechsels stellt trotz allem einen massiven Eingriff dar.

In diesem Zeitzeichen erzählt Jana Magdanz:

  • wieso Ritalin in den 1950er-Jahren bevorzugt gegen Depressionen eingesetzt wird,
  • welches Medikament in den 1960er-Jahren strengere Arzneimittel-Regulierungen zur Folge hat,
  • auf welche Botenstoffe Methylphenidat im Gehirn wirkt,
  • wie sich die Zahl der verschriebenen Tagesdosen Ritalin deutschlandweit entwickelt,
  • warum die Diagnose ADHS bis heute häufig mit einer Stigmatisierung einhergeht.

Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:

  • Axel Helmstädter, Pharmahistoriker und Apotheker.
  • Dr. Philipp Bode, Philosoph Schwerpunkt Ethik, Literatur- und Medienwissenschaftler.
  • PD Alexander Häge, Kinder- und Jugendpsychiater, Leitender Oberarzt Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim.

Weiterführende Links:

Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de
Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!

Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Jana Magdanz
Redaktion: Frank Zirpins
Technik: Christina Gabriel

Download

KCM Münster e.V.


Das KCM

  • wurde 1985 als Kommunikations Centrum Münsterland e. V. gegründet
  • ist ein als gemeinnützig anerkannter, eingetragener Verein mit mehr als 100 Mitgliedern und einem derzeit fünfköpfigem Vorstand.
  • die mit Abstand größte schwule Organisation in Münster und einzige, bei der noch Leute aus Münsters erster Schwulengruppe (HSM, 1971, 2. Schwule Gruppe der Nachkriegszeit überhaupt) Mitglied bzw. aktiv sind.
  • hat zu den unterschiedlichsten Anlässen und Veranstaltungen jährlich mehrere hundert Besucher, die nicht Mitglieder des Vereins sind. Das Einzugsgebiet reicht bis ins Ruhrgebiet und in die Niederlande.
  • arbeitet für Emanzipation und gegen die Diskriminierung homosexueller Menschen
  • ist Begegungsstätte, Beratungszentrum und Selbsthilfeeinrichtung
  • ist ein wichtiges Element der kulturellen Vielfalt der Stadt Münster
  • ist Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband
  • ist Mitglied im niederländischen C.O.C
  • ist eine anerkannte Seniorenbegegnungsstätte durch die Stadt Münster
  • ist ein Verein, in dem jährlich ca 2.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet wird (nicht nur von Vereinsmitgliedern!)
  • ist eine Begegungsstätte nicht nur für queere Menschen
  • ist auch ein Zuhause für nicht queere Selbsthilfegruppen

Zur Webseite des KCM


Weiterlesen…

Was leistet das KCM für die einzelnen Menschen?

Das KCM arbeitet für die Emanzipation und gegen die Diskriminierung homosexueller Menschen, indem es Beratung anbietet, Begegnungsstätte ist, Selbsthilfe unterstützt, kulturelle Impulse setzt und Motor für soziale Veränderungen ist.

Zum Beratungsangebot gehören die Coming-Out-Gruppen, das Aufklärungsproiekt “andersrum aufgeklärt” sowie individuelle Beratungen.

COMING OUT beginnt mit der – oft erschreckenden – Erkenntnis des eigenen “Andersseins” und führt über das (innere) Akzeptieren der Homosexualität zum offenen und selbstverständlichen Umgang damit. Coming-Out-Gruppen helfen Menschen aller Altersstufen – in Münster entsprechend der Bevölkerungsstruktur vor allem jungen Erwachsenen – beim Akzeptieren ihrer Homosexualität.

Im KCM nehmen eine unterschiedlich hohe Anzahl von Männer an diesen Gruppen teil, die unter Anleitung von einem Diplom Pädagogen etwa 15 Wochen dauern. Dazu gehört immer auch ein Beratungstermin bei der Aids-Hilfe.

Im AUFKLÄRUNGSPROJEKT “andersrum aufgeklärt ” werden in Schulen, Jugendeinrichtungen, kirchlichen Jugendverbänden usw. Unterrichts-, Spiel- und Gesprächseinheiten durchgeführt. Das KCM leistet grundlegende Bildungsarbeit zu Toleranz und lebenskundlichen Fragen. Zentral ist die Botschaft, dass Sexualität nur ein winziger Ausschnitt von Homosexualität ist. Liebe und Gefühle stehen im Vordergrund, mit dem Ziel, die Selbstfindung zu erleichtern, Mut zu machen für einen eigenen Weg unabhängig von Rollenklischees, (gesellschaftlichen) Erwartungen und Vorurteilen. Das Projekt umfaßt außerdem die Fortbildung von PädagogInnen, SozialarbeiterInnen und anderen MultiplikatorInnen.

Öffentlichkeitsarbeit des KCM

Die SITUATION HOMOSEXUELLER MENSCHEN wird sich nicht grundsätzlich verbessern, solange sie für die Öffentlichkeit “Exoten” bleiben. Einerseits ist das politische Klima in Münster sicherlich fortschrittlicher, die gesellschaftliche Situation Homosexueller offener als in anderen Städten.

Andererseits gibt es auch in Münster fast täglich Beispiele für die Diskriminierung Homosexueller, selten vorsätzlich oder böswillig, sehr oft jedoch gedankenlos oder selbstverständlich. Es reicht deshalb nicht aus, den homosexuellen Menschen zu helfen. Auch die Öffentlichkeit soll aufgeklärt werden. Hierzu arbeitet das KCM, teils in Kooperation mit anderen, auf verschiedenen Wegen.

Das Kulturangebot des KCM umfasst Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und vieles mehr. Besonderes Anliegen dieses Bereiches ist das “Anders Miteinander”: das bewußte Zueinanderführen heterosexueller und homosexueller Menschen durch Veranstaltungen, die alle interessieren. So wird ein Forum zum Abbau von Hemmschwellen und Vorurteilen durch Begegnungen geschaffen.

Als Teil der queeren Community beteiligt sich das KCM auch an dem in Münster stattfinden CSD und richtet Partys aus.

Dieses eher zurückhaltende Plakatmotiv wurde 1995 in 24 Bussen der Stadtwerke offiziell gegen Bezahlung ausgehängt. Von 140 Plakaten wurden rund 100 (!) Stück innerhalb kurzer Zeit mutwillig entfernt bzw. unkenntlich gemacht. Das geschah offensichtlich während der Betriebszeiten der Busse und damit vor den Augen zahlreicher Fahrgäste. Dieses Beispiel zeigt, daß zu tolerantem Umgang in Münster noch viel zu tun bleibt.

Das KCM ist eine Begegnungsstätte

Mit Lesungen, Filmen, offenen Abenden und Feten bietet das KCM Veranstaltungen, die jedem offenstehen und gerne angenommen werden. Die Besucherzahlen belegen nicht nur die Beliebtheit des Zentrums, sondern auch seine Notwendigkeit. Immer noch können sich homosexuelle Menschen in der Öffentlichkeit, am Arbeitsplatz, vor den Nachbarn, teilweise sogar in der eigenen Familie nicht so verhalten, wie es ihrem Lebensgefühl entspricht. Das KCM ist für sie ein notwendiger Fluchtpunkt. Hier können sie das tägliche Versteckspiel für einige Stunden unterbrechen, Menschen in vergleichbaren Situationen kennenlernen und allmählich persönliche Handlungsalternativen entwickeln.

Das KCM ist eine Selbsthilfeeinrichtung

Entstanden aus einer geradezu klassischen Selbsthilfebewegung, ist das KCM stets ein Zentrum von und für Eigeninitiative und Selbsthilfegruppen geblieben. Hier treffen sich u.a. die “Schwulen Väter” als auch die “Homosexuellen mit Suchterkrankungen”, ebenfalls bieten wir Raum und Platz für Trans* . Manchmal arbeiten zwei bis drei Leute, manchmal rund 20 Teilnehmer seit Jahren konsequent und erfolgreich zusammen. Ihnen allen bietet das KCM einen äußeren Rahmen durch Räume, Infrastruktur, Finanzen und know how.

ADHS Hürdenläufer – Gemeinsam läuft’s besser!


  • Du möchtest mehr über ADHS erfahren?
  • Du hast ADHS oder vermutest es?
  • Du bist Angehörige(r) / Freund(in) eines Menschen mit ADHS?
  • Du arbeitest mit Menschen mit ADHS, z.B. als Pädagoge oder Psychologe?

Hier bist du goldrichtig! Gerne helfe ich dir ADHS besser zu verstehen und damit umzugehen. Auf dieser Seite findest du meinen Blog und verschiedene Angebote wie Beratung, Infoveranstaltungen und Fortbildungen. Viel Spaß beim Stöbern! 

Hier geht es zu den ADHS Hürdenläufern.

KCM Münster e.V., vielen Dank!

gib-mir-fünf

Ein herzliches Dankeschön an das KCM Münster e.V.

Unsere ADHS SHG Münster hat das große Glück, die Räumlichkeiten des KCM Münster e.V. für unsere regelmäßigen Treffen nutzen zu dürfen – und dafür möchten wir an dieser Stelle mal ein großes Dankeschön aussprechen!

Es ist nicht selbstverständlich, dass wir diese Möglichkeit bekommen, und wir wissen sie wirklich zu schätzen. Die Räumlichkeiten bieten uns genau den Raum, den wir brauchen, um uns in einer entspannten Atmosphäre auszutauschen, voneinander zu lernen und uns gegenseitig zu unterstützen. Es ist ein Ort, an dem wir offen über unsere Herausforderungen sprechen und gemeinsam nach Wegen suchen können, die uns weiterbringen.regenbogen

Ohne diese Unterstützung wäre vieles nicht so unkompliziert möglich, und deshalb möchten wir dem KCM Münster e.V. für die lange gute Zusammenarbeit und die tolle Gastfreundschaft danken. Eure Offenheit und euer Engagement machen einen echten Unterschied für uns – und das wissen wir zu schätzen!

Im Namen unserer gesamten Gruppe: Vielen Dank!

ADHS-Gesetze der Gruppe: Weil ohne Regeln das Chaos regiert

Auch wenn wir ADHSler:innen gerne ohne starre Regeln leben würden, ist es uns wichtig, dass jede:r bei unseren Treffen etwas für sich mitnehmen kann. Damit das funktioniert und sich alle wohlfühlen, haben wir hier einige einfache, aber unverhandelbare Regeln aufgestellt. Klar und verständlich – und mit einer Prise Humor, weil, na ja, das Leben manchmal so sein muss.

Regeln innerhalb und außerhalb der Treffen